B21: „Die gemeinsame Schule als Haus des Lernens“ (2004)

Aus Beschlussdatenbank
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gremium: Landesparteitag
Sitzung: Landesparteitag Norderstedt 2004
Bezeichnung: B21
Antragsteller: Kreisverband Schleswig-Flensburg


Beschluss: Angenommen

Der Landesparteitag möge beschließen, folgenden Antrag an den nächsten Bundesparteitag weiterzuleiten:


Die SPD setzt sich bundesweit für ein gemeinsames Lernen bis zur Klassenstufe 10 ein. Die derzeitige Trennung der Schüler/innen nach der 4. Klasse in die bestehende Struktur von vier Schulformen in der Sekundarstufe I ist langfristig nicht zukunftsfähig. Im Zusammenhang der erkennbaren mittel- und langfristigen Schulentwicklungsplanung müssen kooperative, integrative und der regionalen Gegebenheit angepasste eigenständige Systeme entwickelt werden, die in allen Bereichen zu einem gleichwertigen Abschluss am Ende der Sekundarstufe I führen.

Dazu werden in einem 1. Schritt die bestehenden Schularten und Abschlüsse entkoppelt. Jede weiterführende Schule vergibt mit dem erfolgreichen Abschluss der 10. Klasse den mittleren Bildungsabschluss. Eine stärkere Integration der Schularten und mehr Durchlässigkeit soll sich organisch aus dem bestehenden Schulwesen entwickeln. Bestehende Strukturen wie Schulzentren oder Realschulen mit Hauptschulteil sollen fortschreitend zusammenarbeiten, sich zu kooperativen Schulsystemen weiterentwickeln und die Trennung der Schüler/innen nach Schularten bereits nach der 4. Klasse schrittweise überwinden. Dieses Zusammenwachsen ist durch gezielte Unterstützung zu fördern. Schulen, die sich auf den Weg des Zusammenwachsens begeben, erhalten eine besondere Unterstützung z.B. eine bessere Lehrer/innenzuweisung und Innovations- Poolstunden. Langfristiges Ziel ist es dabei, dass die Schüler/innen auch in Deutschland wie in den meisten europäischen Ländern von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Im Anschluss würde sich dann der Weg in die Sekundarstufe II oder in die berufliche Erstausbildung eröffnen.

Der Abschluss dieser zweiten Bildungsphase sollte zum Hochschulstudium berechtigen. Damit würden viele Problemsituationen des jetzigen Bildungssystems, wie sie in der PISA-Studie aufgezeigt wurden, weitgehend vermieden werde. Ein solcher Systemwechsel ist nur gemeinsam mit allen Bundesländern und mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung umzusetzen. Dafür setzen wir uns ein.