D1: Resolutionsantrag des SPD-Kreisverbandes Ostholstein (1988)

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Gremium: Landesparteitag
Sitzung: Landesparteitag Travemünde 1988
Bezeichnung: D1
Antragsteller: Kreisverband Ostholstein


Beschluss: Angenommen

Der Kreisparteitag der SPD-Ostholstein nimmt mit Empörung zur Kenntnis, daß aus den Kreisen der CDU/CSU die Forderung nach einem sogenannten „Sozialen Jahr“ für junge Frauen und Mädchen erhoben wird.

Es soll unter Hinweis auf die gerechte Behandlung von der Wehrdienstpflicht der Männer nun eine Gegenleistung der Frauen eingefordert werden. Frauen leisten im Laufe ihres Lebens viele Stunden unbezahlte Pflege- und Hilfsdienste. Diese Dienstleistungen erstrecken sich von der Betreuung ihrer Kinder bis hin zur Pflege und Obhut hilfsbedürftiger älterer Verwandter.

Hinter der unqualifizierten Forderung verbergen die Befürworter die Tatsache, daß man junge Frauen auf diese Art und Weise z.B. in Krankenhäusern und Pflegeheimen als schlechtbezahlte Aushilfen einsetzen möchte. So sollen verfehlte Arbeitsmarktpolitik und schlechte Arbeitsplatzbedingungen auf dem Rücken der Frauen ausgetragen werden.

Wir fordern eine bessere Bezahlung aller im Gesundheitswesen tätigen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie eine tragbare Arbeitszeitregelung, um einem drohenden Personalmangel zu begegnen. Frauen sind keine Lückenbüßer, sondern gleichberechtigte Mitglieder dieser Gesellschaft! Wir lehnen die unsinnige Forderung nach einem „Sozialen Jahr“ ab.