IR13 Freiwilligendienste gerecht gestalten (2011)

Aus Beschlussdatenbank
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gremium: Landesparteitag
Sitzung: Landesparteitag Husum 2011
Bezeichnung: IR13
Antragsteller: Jusos Schleswig-Holstein‏‎


Beschluss: Überwiesen an Landesparteirat

Die geplante Einrichtung eines Bundesfreiwilligendienstes lehnen wir entschieden ab. Er ist überflüssig. Wir fordern eine Verbesserung der etablierten und beliebten Freiwilligendienste. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FOJ) sind beliebt, bewahrt und erprobt.

Die derzeitige Rechtslage führt allerdings dazu, dass Menschen aller Altersklassen, Arbeit zu niedrigster Vergütung, ohne betriebliches Mitspracherecht und Vertretung durch Gewerkschaften, in verschiedensten Bereichen ausführen.

Deshalb fordern wir:

  • eine gesetzliche Festschreibung von 2,25 Urlaubstagen pro Monat. Jedoch mindestens die Urlaubstage am Betrieb.
  • die Einführung einer Mindestvergütung in Höhe der Grundsicherung für Freiwillige. Zusätzlich sind die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, die Wohnkosten, sowie sonstige Arbeitskosten (Arbeitskleidung o.ä.) zu erstatten.
  • eine Befreiung von Praxis- und Rezeptgebühren
  • die Einstellung von ausreichend ausgebildeten Fachkräften in den Betrieben, in den Freiwillige eingesetzt werden
  • Freiwillige dürfen keine Fachkräfte ersetzen
  • eine gute und umfassende Vorbereitung auf den Dienst
  • eine gesetzliche Pflicht für Hochschulen Freiwilligendienste in ihren jeweiligen Auswahlverfahren positiv zu berücksichtigen
  • eine Anerkennung bei Ausbildungen, die im direkten Zusammenhang mit dem Freiwilligendienst stehen
  • das Vertretergremien für Freiwilligendienstleistende geschaffen und offiziell anerkannt werden.
  • Vorbild sollte der Landessprecherrat von DRK, Diakonie, LKJ, LJW der AWO und Paritätischem Wohlfahrtsverband sein.
  • eine Bezuschussung der Freiwilligendienste durch Land und Bund, die Sicherstellt, dass genügend Plätze vorhanden sind um den Bedarf zu decken
  • den flächendeckenden Ausbau von Ermäßigungen für Freiwillige in Kinos, Schwimmbädern und ähnlichen. Wir begrüßen daher den Antrag der SPD-Bundestagsfraktion zur Einführung eines bundesweit einheitlichen Freiwilligenausweises
  • die Einführung des FSJ-Politik in Schleswig-Holstein.